Sozialprojekt Kenia “mehr”
2008 waren es dann schon 12 Teilnehmerinnen die, angezogen von den Bildern und Eindrücken, mitgefahren sind. Diesmal wurde in zwei Projekten gearbeitet: zum einen waren wir in der Kimlea Foundation tätig. Diese Einrichtung zur Ausbildung von Frauen liegt außerhalb Nairobis in Limuru, umgeben von Teeplantagen. Dort befanden sich noch 40 Frauen, die während der Unruhen zu Beginn des Jahres aus ihrer Heimat im Rift Valley vertrieben worden waren. Ihnen brachten wir eine Batiktechnik bei, mit der man Stoffe färben und mit Mustern versehen kann. Diese Batiken können die Frauen auf Märkten verkaufen, um Geld zu verdienen.
Das Zweite Sozialprojekt fand in dem Kinderheim “Wajibu Wetu” (d.h. Unsere Verantwortung) statt. Dort kümmert sich das Ehepaar Kilonso mit viel Liebe um ihre eigenen vier Kinder und um 26 weitere Waisen. In der Zeit, die wir da verbracht haben, verschönerten wir das Heim durch bunte Motive an den Wänden der Kinderzimmer und an den Eingangstoren, spielten mit den Kindern und halfen bei der Hausarbeit (z.B. minderwertigen, aber deshalb preiswerten Reis, Bohnen u.ä. sortieren nach dem Motto „Die guten ins Töpfchen…“).
An einem Wochenende gingen wir mit Sozialarbeitern in den Mukuru Slum, wo wir zehn volle Einkaufstüten mit Grundnahrungsmitteln an bedürftigen Familien verteilten – mit diesen Lebensmitteln, die uns etwa 100 Euro gekostet haben, kommen die Familien einen Monat aus!
Wir gingen aufgeteilt in kleine Gruppen in die Häuser der besonders armen Familien, die meist nur aus Pappe und Wellblech bestanden. Dort wurden wir mit offenen Armen empfangen und uns sind die teilweise erschütternden Lebensgeschichten der einzelnen Menschen erzählt worden.
Trotz der erschreckenden Lebensumstände strahlen die Menschen eine unglaubliche Lebens- und Willenskraft aus, die sie zum Teil aus ihrem starken Glauben schöpfen. Obwohl wir nur kurze Zeit in diesem Land waren, beeindrucken uns die Menschen dort sehr.
Sowohl die Frauen der Kimlea Foundation als auch die Kinder im Heim zeigten viel Engagement und Interesse an unserer Arbeit. Sie brachten uns „Wazungu“ („Großen Weißen“) soviel Respekt und Dankbarkeit entgegen, sodass uns die Arbeit nicht als solche erschien.
Um auch die andere Seite Afrikas kennenzulernen, haben wir am Ende unserer Kenya-Reise eine aufregende Safari durch den Massai Mara Nationalpark gemacht. Die Vielfalt an Tieren, die wir sehen konnten, war so unglaublich, dass man meinen konnte, man sei mitten in „König der Löwen“. Auf den Wiesen grasten Zehntausende Zebras und Gnus und es schien fast selbstverständlich, dass eine Elefantenherde oder ein Löwe gemütlich vor uns die Strasse überquerten oder Giraffen ihre langen Hälse aus dem Gebüsch streckten und uns neugierig beobachteten!
Auch im Jahr 2010 geht es wieder nach Kenya, und diesmal haben sich so viele Interessierte angemeldet, dass wir erstmals nicht alle mitnehmen können – das Sozialprojekt in Kenya hat am MGJ einen festen Platz gefunden.














